Der Waldorfabschluss

Traditionell ist die Erziehungsarbeit und Ausbildung auf einer Waldorfschule auf 12 Schuljahre ausgelegt, in denen jeweils altersspezifische Themen erarbeitet und entsprechende Sozialformen und Arbeitsmethoden entwickelt werden. Bedingt durch die Regelungen der staatlichen Abschlüsse an Waldorfschulen in NRW wird es aber für die Entwicklung vieler Schülerinnen und Schüler vorteilhaft sein, bereits nach der 11. Klasse mit einer Berufsausbildung oder dem Besuch einer weiterführende Schule zu beginnen. Diesem Umstand trägt die Ausgestaltung des Waldorfabschlusses an unserer Schule Rechnung.

Den Waldorfabschluss nach Klasse 11 stellt die Erarbeitung und Aufführung des Klassenspiels dar, das nicht nur ein Gesamtkunstwerk sein soll, sondern durch die Wahrnehmung, die Reflektion und den konstruktiven Umgang mit einem sozialen Prozess auch ein kollektives Abschlusselement darstellt.

Der Waldorfabschlusses nach Klasse 12 wird aus drei Abschlusselementen gebildet: Die Schüler/innen fertigen eine Jahresarbeit an, in der an einem selbst gewählten Thema eines Fachbereiches, oft auch fachübergreifend, die Vielfältigkeit des Gelernten, aber auch neue Inhalte durch selbstständiges Erforschen zu einer individuellen Bildgestalt gebracht schriftlich dargestellt und öffentlich präsentiert wird. Das zweite Element bildet ein Eurythmie-Abschluss, in dem sie aufgrund der in 12 Jahren erlernten Bewegungsformen und Gestaltungselementen eine umfangreiche Aufführung erarbeiten und zur Aufführung bringen. Drittes Abschlusselement ist eine Studienreise mit einem künstlerischen, sozialen oder naturwissenschaftlichen Schwerpunkt.

Staatliche Schulabschlüsse

In der 11. Klasse absolvieren die Schülerinnen und Schüler unserer Schule die zentralen Prüfungen zur Erlangung der Fachoberschulreife oder des Hauptschulabschlusses in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik. Auf Grund der Ergebnisse dieser Prüfungen und der in den sonstigen abschlussrelevanten Fächern erreichten Leistungen wird am Ende der 11. Klasse ein Notenzeugnis ausgestellt, das dem Regierungspräsidenten zur Bescheinigung der Gleichwertigkeit mit den entsprechenden Abschlüssen der Sekundarstufe I eingereicht wird. Dieses mit dem Gleichstellungsvermerk versehene Zeugnis wird zusammen mit dem Gutachtenzeugnis nach Klasse 11 und weiteren Unterlagen, die die Qualifikationen der Schülerinnen und Schüler dokumentieren, zu einem Abschlussportfolio zusammengefasst.

Abitur

Schülerinnen und Schüler, die die Fachoberschulreife mit Qualifikationsvermerk für die gymnasiale Oberstufe erreicht haben, können sich an unserer Schule auf die Abiturprüfung vorbereiten. In der 12. Klasse werden neben den dargestellten Fächern und Themen der Waldorfschule abiturvorbereitende Kurse in den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch, Französisch und Biologie angeboten.

Schülerinnen und Schülern, die keine Abiturprüfung ablegen wollen, empfehlen wir in der Regel, nach der 11. Klasse eine Ausbildung zu beginnen oder auf eine weiterführende Schule zu wechseln. Falls es für sie aus beruflichen oder persönlichen Gründen vorteilhaft ist, können sie aber auch ein zwölftes Schuljahr an unserer Schule absolvieren, in dem sie ein auf ihre individuellen Bedürfnisse zugeschnittenes Programm durchlaufen, das aus Themen und Fächern des Waldorfunterrichts, berufsorientierenden Praktika, berufsvorbereitendem Unterricht, der Erarbeitung von Jahresarbeit und Eurythmie-Abschluss sowie der Teilnahme an der Studienreise besteht. Die dabei erbrachten Leistungen werden im Rahmen eines Abschlussportfolios dokumentiert.

Die 13. Klasse dient an unserer Schule ausschließlich der Vorbereitung auf die Abiturprüfung. Zwar werden die Schülerinnen und Schüler weiterhin von den ihnen bekannten Lehrerinnen und Lehrern unterrichtet, es werden aber keine spezifisch waldorfpädagogischen Ziele mehr verfolgt. Am Ende der 13. Klasse werden die Schülerinnen und Schüler in vier Fächern schriftlich und in zwei Fächern mündlich geprüft. Zwei weitere Fächer werden auf Grund der im Schuljahr erbrachten Vorleistungen benotet. Von den vier schriftlichen Prüfungsfächern werden drei im Rahmen zentraler Prüfungen geprüft.