Handarbeit

Schon zu Beginn der ersten Waldorfschule in Stuttgart hat Rudolf Steiner vorgegeben, dass von der ersten Klasse an sowohl Jungen als auch Mädchen im Fach Handarbeit unterrichtet werden sollen.

Als Grund hierfür stellte er den Zusammenhang zwischen der Förderung feinmotorischer Geschicklichkeit und der intellektuellen Entwicklung des Kindes her. Zudem eignet sich die Handarbeit wie kaum ein weiteres Fach dazu, das gegenseitige Helfen einzuüben.

An der Rudolf-Steiner-Schule werden in den ersten Klassen die Grundtechniken der Handarbeit vermittelt: Stricken, Häkeln, Sticken und Weben. In der Mittelstufe wird die neue Technik des Rundstrickens mit fünf Nadeln erlernt. Hände und Füße werden bekleidet und die eigenen Gestaltungskräfte betätigt. Später werden z.B. Puppen und Tiere nach eigenem Entwurf genäht. Die Arbeit an der Nähmaschine beginnt mit der Pubertät. In der Spinn- und Webepoche setzen sich die Schüler und Schülerinnen der Oberstufe mit Urtätigkeiten des Menschen auseinander. Sie erlernen die grundlegenden Techniken des Webens und Spinnens. In der Schneiderepoche erhalten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, umfangreichere Näharbeiten durchzuführen.