Klassenspiele

Im Unterricht an der Waldorfschule hat die gesprochene Sprache einen großen Stellenwert. Ab der ersten Klasse wird das chorische und das individuelle Sprechen täglich geübt, in der Muttersprache wie auch in den Fremdsprachen. Daraus entwickeln sich immer wieder kleinere und größere Projekte: Beiträge für Monatsfeiern, Weihnachtsspielein den unteren Klassen, kleine Schauspiele zu Unterrichtsinhalten aus Märchen, Fabeln und Legenden, Mythologie, Heimatkunde etc. aber auch Sketche und Humoriges, kleine Schauspiele, die vor Zuschauern zur Aufführung kommen.

In der Regel spielen die Drittklässler für die Schülerinnen und Schüler der Unterstufe jedes Jahr ein Martinsspiel vor dem Laternenumzug. Viert- und Fünftklässler spielen häufig selbst oder führen ein Marionettentheater auf. In der 6. und 7. Klasse kommen immer wieder kürzere Stücke in englischer oder französischer Sprache zur Aufführung.

Ein Höhepunkt ist dann in jedem Schuljahr das Klassenspiel der 8. Klasse, ein großes Theaterstück mit vielen Rollen in Doppelbesetzung, häufig mit Musik und Gesang, das sich in der Inszenierung dem Entwicklungsstand der Klasse anpasst und in dem sich die Schülerinnen und Schüler mit ihren Fähgkeiten und Fertigkeiten in Szene setzen können. Langfristig vorbereitet und schließlich über mehrere Wochen intensiv geprobt stehen am Ende mehrere Aufführungen auf der großen Bühne vor der gesamten Schülerschaft, den Schuleltern und Freunden sowie der Öffentlichkeit.

 

 

Zeitversetzt zum Achtklass-Spiel gibt es auch in jedem Jahr ein Klassenspiel der 11. Klasse, das über ein halbes Jahr im Rahmen der handwerklich-künstlerischen Kurse geprobt wird. Hier kommen Schauspiele, klassische und aktuelle, Stücke mit einem politschen oder sozialkritischen Schwerpunkt oder Musicals zur Aufführung, deren Inhalte eng an die Erlebnis- und Interessenwelt der Schülerinnen und Schüler anschließen. Neben der kollektiven Leistung der Schülerinnen und Schüler bieten diese Schauspiele auch jedem Einzelnen die Möglichkeit, sich individuell intensiv in eine Rolle hineinzufühlen und so biografisch bedeutsame Erfahrungen zu sammeln.

Im Rahmen von Jahresarbeiten entstehen immer wieder Schauspielproduktionen, bei denen sich ein Schüler oder eine Schülerin intensiv mit einem Autor (z.B. Samuel Beckett, Woody Allen) auseinandergesetzt hat, ein Stück auswählt, dieses inszeniert und gemeinsam mit Klassenkameraden oder Freunden in Eigenregie einstudiert und auf die Bühne bringt.